Die Zierpflanze, die ihren Ursprung in den Mittelmeergebieten hat, wurde schon in den barocken Beeten des 18. Jahrhunderts in ihren unterschiedlichen Farbsorten unter dem Namen Löwenmaul präsentiert. Die volkstümliche Bezeichnung als Löwenmaul stammt aus dem 16. Jahrhundert und beschreibt recht anschaulich die auffällige Blütenform des Rachenblütlers. Die Blüte besteht aus einer zweispitzigen Oberlippe und einer dreispitzigen Unterlippe. Der Schlund der Blüte mit den Samenanlagen ist durch die Ausstülpung der Unterlippe geschlossen. Die zwittrige Blüte öffnet sich wie ein Maul falls Druck auf die Blütenblätter ausgeübt wird. Dies erfolgt bei der Bestäubung der zwittrigen Blüte, wobei ein entsprechend kräftiges Fluginsekt die Unterlippe nach unten drücken muss um an die Staubblätter mit den Pollen und den Fruchtknoten zu gelangen.
Die mediterrane Wildform blüht purpurrot und ist armblütig. Mitte des 16. Jahrhunderts wurde die Pflanze nach Deutschland gebracht und verbreitete sich als Zierpflanze in den Gärten, wo durch Auslese auch schon verschiedene Farbsorten gezüchtet wurden, die aber noch relativ armblütig waren. Das umfangreiche Sortiment der Löwenmaul-Sorten mit den mannigfachen Blütenfarben sowie einfachen und gefüllten, hohen und niederen Sorten entstand erst mit der gezielten Züchtung ab dem 19. Jahrhundert.