Der UNESCO-Antrag für das Ensemble Schwetzingen

Weltkulturerbeantrag Schwetzingen, Titelfoto

Bereits seit 1998 steht Schwetzingen auf der so genannten Tentativ-Liste. In dieser von der deutschen Kultusministerkonferenz verabschiedeten Liste sind diejenigen Denkmäler aufgeführt, für welche in den kommenden Jahren Anträge auf Aufnahme in die Welterbeliste der UNESCO gestellt werden sollen.

Das Land Baden-Württemberg mit Vertretern des Landesamts für Denkmalpflege und des Landesbetriebs Vermögen und Bau sowie der Stadt Schwetzingen haben sich daraufhin zu einem gemeinsamen Projekt zusammengetan, um die komplexe und umfangreiche Arbeit für den Schwetzinger UNESCO-Antrag zu leisten. Denn zur Antragstellung musste eine umfangreiche Dokumentation nach Vorgaben der UNESCO erarbeitet werden. Dabei ging es zum einen um den Nachweis des außergewöhnlichen universellen Werts der Anlage. Zum anderen musste eine fundierte und überzeugende Beschreibung des Ensembles vorgelegt werden. Des weiteren war ein so genannter Managementplan erforderlich, der die zukünftige Erhaltung von Schloss und Garten sicherstellt. Er gibt detailliert über die vor Ort agierenden Institutionen und Gruppen Auskunft und garantiert Erhalt, Pflege und Vermittlung der zur Eintragung vorgeschlagenen Anlage. Ein Paket von Projekten und Maßnahmen soll dem zur Nominierung vorgeschlagenen Gebiet eine nachhaltige Entwicklung ermöglichen.

Ende Januar 2007 wurde die mehrere Ordner umfassende Dokumentation offiziell bei der UNESCO in Paris eingereicht. Mitte Juni 2009 haben das Land Baden-Württemberg und die Stadt Schwetzingen den Antrag aufgrund eines negativen Votums von ICOMOS zunächst zurückgezogen.

Im Herbst 2009 wurde der Antrag noch einmal von der Projektgruppe überarbeitet und unter dem Titel „Schwetzingen – Kurfürstliche Sommerresidenz“ im Januar 2010 neu bei der UNESCO in Paris eingereicht. Eine Entscheidung über den Antrag auf Aufnahme in die Welterbeliste ist frühestens 2012 zu erwarten.

Doch die Arbeit in Schwetzingen geht weiter, um mit zahlreichen, langfristig angelegten Maßnahmen um Erhalt und Pflege des einzigartigen Ensembles bestehend aus Schloss, Schlossgarten und barocker Altstadt zu garantieren

Weitere Informationen zu Schwetzingen
 
 
Technische Beratung, Gestaltung, Konzept und Umsetzung: Ralf Gatzki und Friederike Rook