Im Kreisparterre und Ehrenhof des Schwetzinger Schlossgarten verbreitet der ’Chinesische Flieder’ (Syringa chinensis) seinen wunderbaren Fliederduft, wenn seine lila Rispen in voller Blüte stehen.
Der ’Chinesische Flieder’ kommt allerdings in China nicht vor. Er ist erst um 1780 in Frankreich aus einer Kreuzung des ’Persischen Flieders’ (S. x persica) mit dem ’Gemeinen Flieder’ (S. vulgaris) entstanden. Der ’Gemeine Flieder’ hat seine Heimat in den Eichenwäldern der Balkanländer, von wo aus er im 15 Jh. von den Türken wegen der wohlriechenden Blüten als Zierstrauch in ihre Gärten mitgenommen wurde.
Im Laufe des 16 Jhs. wurde der Flieder über Wien und Italien nach Deutschland eingeführt und wurde hier zuerst in den Gärten der botanisch interessierten Pflanzensammler und den herrschaftlichen Lustgärten gezeigt.
In den fürstlichen Lustgärten des Barock wurde der Flieder neben dem Gartenjasmin (Philadelphus spec.), Schneeball (Viburnum spec. )und anderen Blühsträuchern vor allem im sogenannten Blütenboskett als Zierstrauch verwendet. Von den fürstlichen Gärten aus verbreitete sich der Flieder dann im Laufe des 18 Jhs. in die Bürger- und Bauerngärten. Hier wurde er im 18 Jh. noch als spanischer oder türkischer Hollunder bezeichnet und fand bald seine Stellung als beliebter und verbreiteter Zierstrauch in den Hausgärten.
Blütezeit: witterungsbedingt ab Ende April, Anfang Mai bis Juni