Der Perückenstrauch (Cotinus coggygria)

Perückenstrauch im Schwetzinger Schlossgarten

Perückenstrauch


Am südöstlichen Ufer des großen Weihers, im Blütenboskett um den Tempel der Minerva und im Türkischen Garten der die Moschee des Schwetzinger Schlossgartens umgibt findet sich der Perückenstrauch. Seine außergewöhnlichen Blüten- und Fruchtstände können den Betrachter durchaus an eine barocke Puderperücke erinnern. 

Die Schauwirkung der perückenähnlichen Blütenrispen wird durch die behaarten Blüten- und Fruchtstiele erzeugt. Die grünlich-gelben Blüten selbst sind eher unscheinbar. Die Behaarung der rötlichen Fruchtstände dient als Ausbreitungsmechanismus. Die Fruchtstände werden nach dem Herabfallen durch den Wind erfasst und können wie mit einem Segel über weite Strecken verweht werden.

Das natürliche Ausbreitungsgebiet des wärmeliebenden Strauches zieht sich vom östlichen Mittelmeerraum bis nach Ostasien. Schon bei den Römern fand der Perückenstrauch als Nutzpflanze Verwendung. Aus dem Kernholz des Strauches lässt sich ein Farbstoff gewinnen mit dem Stoffe und Wolle gefärbt werden können. Vom römischen Naturwissenschaftler Plinius wurde der Färbestrauch als ’coggygria’, der heutigen Artbezeichnung, benannt.

Seit Mitte des 17. Jahrhunderts ist der Perückenstrauch, der unter anderem auch als Färbersumach oder Fisettholz bezeichnet wird, als Zier- und Nutzpflanze bei uns bekannt. Die Pflanze enthält neben dem Farbstoff auch Gerbstoffe die in Blättern und Rinde vorhanden sind und bei der Gerberei von Tierhäuten, aber auch in der Medizin als entzündungshemmendes und blutstillendes Mittel genutzt wurden. Das interessant gemaserte Holz findet Verwendung für Intarsienarbeiten und in der Drechslerei.

In der Herbstzeit wird das Gehölz durch seine auffällige orange-gelbe Herbstfärbung nochmals zu einem attraktiven Farbtupfer im Garten.


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