Die Rosskastanie

Rosskastanien im Schwetzinger Schlossgarten

Rosskastanien


In den weitläufigen Kastanienalleen des Schwetzinger Schlossgartens bieten im Mai die mit ihren  prachtvollen, weißen Blütenkerzen geschmückten Rosskastanienbäume ein besonderes Vergnügen beim Promenieren durch den frühlingshaften Garten.

Die Rosskastanie, die ursprünglich von der Balkanhalbinsel stammt, wurde in der zweiten Hälfte des 16. Jhs. von Konstantinopel nach Wien gebracht und tritt erst 1699 in Deutschland zum ersten Mal in Erscheinung. Sie war bis Mitte des 18. Jhs. noch relativ unbekannt und außergewöhnlich. Man konnte den Betrachter mit dem neuen Baum beeindrucken und  zugleich in Erstaunen versetzten.

Der bekannteste französische Gartentheoretiker des 18. Jhs. , Dezallier
d’Argenville, empfiehlt die Rosskastanie als bevorzugten Alleebaum wegen ihrer glatten Rinde, der regelmäßigen Krone, dem schönen Blattwerk und der pyramiden-förmigen, festlichen Blüten.

Im Barock war die Rosskastanie ein beliebter Modebaum der Fürstengärten und wurde in den herrschaftlichen Gärten oft als Alleebaum verwendet. Die Kastanien-alleen waren als typische Promenieralleen des Rokoko, wie im Schwetzinger Schlossgarten zu erleben, oft auf einem erhöhten Damm angelegt, von welchem aus die höfische Gesellschaft das Treiben im Boskett beobachtete, sich aber auch selbst zur Schau stellen konnte.

Die Kastanie besitzt als botanische Besonderheit eine sogenannte ’Ampelblüte’. Solange die weißen Blüten der Blütenstände befruchtungsfähig sind haben sie einen gelben Fleck am Grund. Ist die Blüte älter und bereits befruchtet, wechselt die Farbe des Fleckes und er zeigt sich dann rot. Für die bestäubenden Insekten ein sicheres Signal, dass die Blüte kein Nektar mehr bietet. Die Blüte ist befruchtet und kann nun Ihre Samen ausbilden, welche die Kinder dann beim herbstlichen Ausflug in den Schlossgarten als Kastanie aufsammeln können.

Blütezeit: witterungsabhängig Anfang Mai bis Juni

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Technische Beratung, Gestaltung, Konzept und Umsetzung: Ralf Gatzki und Friederike Rook