Umrahmt von dem Orangeriekanal, dem seitlichen Orangeriegebäude und dem Tempel des Apollo der sich als Point de vue in der Ferne erhebt, bietet der Orangerieplatz im Mai für den Besucher eine wunderbare Kulisse für die zauberhafte Schwertlilienblüte. In den mit geschnittenem Buchs gerahmten Zierbeeten entlang dem Wegekreuz entfalten sich dann die lavendelblauen Blüten der Schwertlilien aus der Bart-Iris-Gruppe über einem schneeweißen Blütenteppich, der von den Blüten der Schleifenblume (Iberis sempervirens) gebildet wird.
Die Schwertlilie ist schon im Mittelalter in deutschen Gärten nachgewiesen und erscheint auch auf dem bekannten Klostergartenplan von St. Gallen um 820. Die Verwendung der unterschiedlichen Schwertlilienarten war vielfältig, so wurde die Gelbliche Schwertlilie wegen ihrer robusten Art gerne in den Bauerngärten verwendet, andere seltenere Arten wie Florentiner Schwertlilie oder Blasse Schwertlilie wurden in botanischen Gärten oder herrschaftlichen Gärten kultiviert.
Die Gattung Iris ist mit 250 Arten auf der nördlichen Halbkugel verbreitet und wurde schon in der Antike in den Gärten als Zier- und Heilpflanze kultiviert.
Die Deutsche Schwertlilie (Iris germanica) als wichtigster Vertreter der Bart-Iris-Gruppe stammt entgegen ihrem Namen nicht aus Deutschland, sondern wurde vermutlich schon von den Römern aus Vorderasien nach Europa gebracht. Der deutsche Name Schwertlilie leitet sich übrigens von dem lateinischen Namen Gladiolus (lat. kleines Schwert) ab, den die Römer der Pflanze wegen ihrer Blattform gegeben hatten.
Die gezielte Züchtung von Irissorten begann erst Anfang des 19 Jhs. Die Züchtungen werden nach der Wuchshöhe in 3 Sorten-Gruppen gegliedert. Heute gibt es eine kaum zu überblickende Anzahl von Bart-Iris-Sorten die als Hybriden in unseren Gärten zu finden sind, die alten Ausgangsarten sind zu einer Seltenheit geworden.
Eine botanische Besonderheit bietet die in den Zierbeeten zu findende Sorte ’Lovely Again’ aus der Sortengruppe Iris Barbata-Media. Diese Züchtung bildet eine Nachblüte aus, das heißt die Pflanze erfreut den Gartenbesucher mit ihrer aparten Blüte im Spätsommer ein zweites Mal.