Fuchsschwanz (Amaranthus)

Fuchsschwanz im Schwetzinger Schlossgarten

Der Fuchsschwanz

Die Blütenpracht der Sommerbepflanzung in den Zierrabatten des Schwetzinger Kreisparterres präsentiert im Juli einen ersten Höhepunkt.

Die barocke Pflanzenpalette, die bei der sommerlichen Bepflanzung einer Zierrabatte im Gartenparterre zur Anwendung kommen soll, beschreibt der französische Gartentheoretiker Dezallier  D’Argenville in seinem Traktat das 1709 in der französischen Originalausgabe erschien. Dazu zählen die von ihm als mittelhohe Blumen bezeichneten Einjährigen oder Staudenpflanzen die eine Höhe von höchstens 2 Schuh ( bis 65 cm) haben dürfen, um die Übersicht über das Beet nicht zu behindern. Als wichtig galt der Kontrast von Rot und Weiß und die emailartigen Übergänge in den ausgewählten Blütenfarben der Pflanzen. Zur Pflanzung der bis weit in den Herbst hinein blühenden Rabatten empfahl D’Argenville: Löwenmaul, Heliotrop, römische Kamille, Nelken, Glockenblumen, Rittersporn, Tagetes, Wunderblume, Klatschmohn, Kapuzinerkresse, Balsamine, Skabiose und vieles mehr.

Eine der beliebtesten Beetpflanzen des Barock war der Fuchsschwanz. Von den Amaranten fanden die Arten Garten- und Rispen-Fuchsschwanz sowie der dreifarbige Fuchsschwanz Verwendung. Sie galten als besonderer Schmuck der barocken Beete und fanden ihren Platz in der Beetmitte.

Der barocke Name des dreifarbigen Fuchsschwanzes (Amaranthus tricolor) war Papageienfeder und beschrieb damit treffend diese einjährige Pflanze. Bei der Papageienfeder erregte nicht ihre unscheinbare Blüte die Aufmerksamkeit, sondern die schillernde Farbigkeit des Laubes, das emailartig von grünlichen Tönen zu Gelb- und Rotkontrasten übergeht. Der dreifarbige Fuchsschwanz ist indischer Herkunft und wurde dort seit Jahrtausenden als Gemüsepflanze kultiviert. Über Italien wurde die Pflanze schon in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts nach Deutschland eingeführt. Unter dem Namen Amaranthus tricolor ist die Pflanze in Basilius Beslers 1613 erschienenen botanischen Prachtband ’Hortus Eystettiensis’ abgebildet.

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