Der Oleander begeistert mit seiner zartrosafarbenen Blütenfülle vor dem Orangeriegebäude des Schwetzinger Schlossgartens. Auf dem Orangerieplatz, wo Mitte des 18. Jahrhunderts noch über 1.000 Orangeriegewächse aufgereiht standen, wird der Oleander in den für Schwetzingen typischen weißen Stollenkübeln, die mit grünen Metallbändern beschlagen sind, präsentiert.
Der Oleander gehört zum Sortiment der klassischen Orangeriepflanzen. Die gut bestückte Pflanzensammlung eines herrschaftlichen Barockgartens sollte mit den Pflanzen dieses Sortiments ausgestattet sein. Zur klassischen Ausstattung der barocken Orangerien gehörten vor allem Orangeriepflanzen von mediterraner Herkunft, die schon in den Gärten des Altertums bekannt waren. Dazu zählen neben dem Oleander vor allem Citrus-Gewächse wie die Zitronatzitrone (Citrus medica) und die Bitterorange (Citrus aurantium), der echte Lorbeerbaum (Laurus nobilis), der Granatapfelbaum (Punica granatum), der Feigenbaum (Ficus carica), der Olivenbaum (Olea europaea) oder die Myhrte (Myrtus communis). Aber auch einige Gewächse aus Asien, wie der Echte Jasmin und Pflanzen aus Afrika, wie die Echte Aloe wurden schon kultiviert und gehörten zur klassischen Orangerieausstattung. Auch die Schwetzinger Orangeriebestände orientieren sich heute wieder an diesem klassischen Sortiment und der Gartenbesucher kann diese Pflanzen in ihren Kübeln und Töpfen bewundern.
In seiner mediterranen Heimat wächst der Oleander auf steinigen Böden an Flussläufen und wurde schon in der Antike als Zier- und Heilpflanze kultiviert. Seine giftigen Inhaltsstoffe wurden auch zu medizinischen Zwecken verwendet. In die Orangeriebestände der herrschaftlichen Gärten des deutschen Raums kam der Oleander im 16. Jh. über Italien. Von hier aus verbreitete sich der Oleander im 18. Jh. mehr und mehr auch in den Gärten der einfachen Bevölkerung.
Der Oleander liebt einen sonnigen, warmen Standort, entsprechend ist die Blüte umso reicher, je sonniger und wärmer der Sommer ist. Bei kühlem, regnerischem Wetter gerät die Knospenbildung vorübergehend ins Stocken. Das Gewächs ist, wie alle Pflanzen des Orangeriepflanzensortiments, nicht winterhart und muss vor den ersten Nachtfrösten in die Orangerie eingeräumt werden, wo sie von den Schlossgärtnern bis zur nächsten Gartensaison hell und kühl überwintert wird.