Einzigartige GArtenanlage von europäischem Rang

Schloss und Schlossgarten Schwetzingen

EXQUISITE RÄUME FÜR EINE UNGLÜCKLICHE FÜRSTIN

DAS APPARTEMENT DER

KURFÜRSTIN ELISABETH AUGUSTA

Wie in der damaligen Zeit üblich, bewohnte die Ehefrau von Kurfürst Carl Theodor, Kurfürstin Elisabeth Augusta (1721–1794), ein eigenes Appartement in Schloss Schwetzingen. Im ersten Obergeschoss des Schlosses gelegen, boten seine Fenster einen herrlichen Blick auf den Schlossgarten.

Das Konferenzzimmer des Kurfürsten im Schloss Schwetzingen; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Lutz Hecker

Spieltische dienten der abendlichen Unterhaltung.

AUF DER SUCHE NACH DEM GLÜCK

Die Kurfürstin bewohnte vier Räume in der Beletage, dem repräsentativen Hauptgeschoss. Einen davon nutzte sie bis 1768 als Vorzimmer. Tagsüber empfing die Landesherrin ihre Besucher im daneben liegenden „Ansprach Zimmer“, abends ließ sie hier Spieltische aufstellen. An den Wänden hängen Familienporträts des Hauses Wittelsbach, die auf die hohe Abstammung der Kurfürstin hindeuten. Elisabeth Augusta war eine leidenschaftliche Jägerin: ein Porträt über dem Kamin zeigt sie als Diana, die Göttin der Jagd.

Das Schlafzimmer der Kurfürstin im Schloss Schwetzingen; Foto: Staatsanzeiger für Baden-Württemberg, Petra Schaffrodt

Hier gebar sie den langersehnten Sohn.

GRAUSAMER SCHICKSALSSCHLAG

Für Elisabeth Augusta blieb Schloss Schwetzingen stets mit einem furchtbaren Unglück verbunden. Nach neunzehnjähriger Ehe gebar die Kurfürstin im Schlafzimmer ihres Appartements am 28. Juni 1761 im Alter von 40 Jahren endlich den langersehnten Sohn. Doch der kleine Franz Josef Ludwig starb noch am selben Tag. Von diesem Schicksalsschlag erholte sich die Kurfürstin nicht mehr. Sieben Jahre später verließ sie den Hof und zog sich nach Schloss Oggersheim zurück. Nach Schwetzingen ist sie nicht zurückgekehrt.

Das Kabinett der Kurfürstin im Schloss Schwetzingen; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Ursula Wetzel

Diesen Raum durften nur wenige betreten.

KOSTBAR AUSGESTATTETES KABINETT

Eine Tapetentür verbindet das Schlafzimmer mit dem kostbar ausgestatteten Kabinett, das der Kurfürstin zum Ankleiden, Frisieren und für Privataudienzen diente. Hofschreiner Franz Zeller schuf 1764 das schöne Parkett mit der Mittelrosette. Die Wände sind mit einer kostbaren Seidentapete mit Früchteranken bespannt, die Decke verziert mit Stuck in Blütenform. Drei hohe Spiegel ermöglichen einen Rundumblick auf Frisur und Kleidung. Zur originalen Einrichtung gehörte auch ein Ruhesofa.

Detail des Deckenfreskos im Kabinett der Kurfürstin im Schloss Schwetzingen; Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Andrea Rachele

Ein Himmel zu Träumen.

PRIVATE KORRESPONDENZ

Den Wünschen Elisabeth Augustas entsprechend wurde das Südfenster des Kabinetts vergrößert und ein kleiner Erker angebaut. Hier richtete sich die Fürstin ihr ganz privates Schreibzimmer ein, zu dem nur sie den Schlüssel besaß. Die prunkvolle Holzvertäfelung stammt vom Hofbildhauer Peter Egell (1730–1786). An der Decke öffnet ein illusionistisches Gemälde den Blick in den Himmel. Ein zierlicher Schreibtisch, Eckschränke und zwei Sessel vervollständigten die Ausstattung dieses bezaubernden Raumes.

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