Badhaus im Schlossgarten von Schloss Schwetzingen

Fürstlicher Rückzugsort

Das Badhaus

Das Badhaus wird zu Recht als kostbares Meisterwerk im Schlossgarten von Schwetzingen bezeichnet. Kurfürst Carl Theodor ließ sich diesen Rückzugsort zwischen 1768 und 1775 bauen. Hier widmete sich der Regent Literatur, Musik und privaten Gesprächen.

Ostfassade des Badhauses mit Wasserglocke im Schlossgarten von Schloss Schwetzingen

Hier verlebte der Kurfürst ruhige Stunden.

Intimes Lustschloss

Das kleine, aber feine Gebäude erhebt sich eingeschossig auf einem rechteckigen Grundriss. Bei geöffneten Türen ist sichtbar, wie das kleine Lustschloss auf der Nord-Süd-Achse zwischen dem Bassin der wasserspeienden Vögel und dem Apollotempel aufgestellt ist. Im Osten öffnet sich die Aussicht auf eine Rasenfläche mit Glockenfontäne. Gitterwerk, Mauern und Hecken schützten den einsamkeitssuchenden Fürsten vor den neugierigen Blicken des Hofstaates.

Der Mensch im Lauf der Zeit

Das Badhaus kann durch zwei gegenüberliegende Eingänge betreten werden. In der Mitte dient ein schöner Ovalsaal als Foyer. Nicolas Guibal schuf das Deckengemälde „Aurora vertreibt die Nacht“. Der Maler schafft es mit seiner Kunst, die Raumdecke scheinbar in den dämmernden Morgenhimmel zu öffnen. Das sorgsam restaurierte Gemälde versinnbildlicht den Lauf der Zeit, dem der Mensch sich nicht entziehen kann.

Ovalsaal des Badhauses im Schlossgarten von Schloss Schwetzingen

Der Ovalsaal des Badhauses.

Stilles Studieren

Vom Ovalsaal führen kunstvoll mit Stuckmarmor geschmückte Vorzimmer in die Privaträume des Kurfürsten. Aufwendig ausgestattet ist das Arbeitszimmer. In einer von Säulen flankierten Nische steht ein Rufesofa bereit. Landschaftsgemälde von Ferdinand Kobell schmücken die Wände.

Marmornes Wannenbad in grottenähnlicher Umgebung im Badhaus von Schloss Schwetzingen

Der Kurfürst badete in stilvoller Umgebung.

Eine Grotte als Badezimmer

Faszinierender Höhepunkt des Badhauses ist das Badezimmer. Hier befindet sich eine in den Boden eingelassene ovale Marmorwanne. Gefüllt wurde sie über zwei bleierne Rohre in Form von Schlangen, durch die das in der nahe gelegenen Badhausküche erhitzte Wasser geleitet wurde. Die Wände sind mit Stuck und Halbedelsteinen wie eine Grotte gestaltet. Schönes Detail: In der Decke sorgten die Fenster einer Dachlaterne für Licht und Belüftung.

Supraporte im Ruhekabinett im Badhaus von Schloss Schwetzingen

Putti beim Obst essen: heiter-sommerliche Raumdekoration im Ruhekabinett des Kurfürsten.

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