Blick in den englischen Landschaftsteil des Gartens von Schloss Schwetzingen

Bezaubernde Landschaftsbilder

Der englische Landschaftsgarten

Die landschaftlich gestalteten Bereiche im Schlossgarten von Schwetzingen zählen zu den ersten in Deutschland. Ein Spaziergang führt durch eine kunstvoll inszenierte Abfolge von Landschaftsbildern.

Chinesische Brücke im Schlossgarten von Schloss Schwetzingen

Verschiedene Elemente stehen in Beziehung zueinander.

Überraschende Blickbeziehungen

Der Gartenkünstler Friedrich Ludwig von Sckell legte ab 1777 einen englischen Landschaftsgarten um den Barockgarten: Wie ein Schal schmiegt sich der Garten im neuen Stil um die Neue Orangerie, das Große Bassin und die formalen Gartenpartien. Schlängelwege, überraschende Blickbeziehungen und fein modelliertes Gelände sind typisch für diesen neuartigen Gartentyp.

Tempel der Botanik im Schlossgarten von Schloss Schwetzingen

Das kurfürstliche Wissen zeigt sich auch im Garten.

Der Baumlehrgarten mit dem Tempel der Botanik

Auf einem schmalen Streifen am nordwestlichen Rand des Schlossgartens entstand Sckells Erstlingswerk: der Baumlehrgarten Carl Theodors oder das Arborium Theodoricum. Ein kleines Tal öffnet sich und bietet den Blick auf zwei raffiniert in Szene gesetzte Bauwerke, den Tempel der Botanik und das Römische Wasserkastell mit Aquädukt. Der Tempel der Botanik ist ein Rundbau, dessen Äußeres mit imitierter Eichenborke überzogen ist. Im Innern zeigen stuckierte Reliefporträts berühmte Botaniker wie Plinius oder Linné.

Römisches Wasserkastell im Landschaftsgarten von Schloss Schwetzingen

Im Garten ist vieles mehr Schein als Sein.

Ein Römisches Wasserkastell

Dieser interessante Bau wurde von 1779 bis 1780 von Nicolas de Pigage errichtet. Ein als Ruine gebauter Aquädukt leitet Wasser zu einem scheinbar römischen Wasserkastell. Hier ergießt es sich als kleiner Wasserfall in den zum Weiher erweiterten Leimbach. Eine Aussichtsplattform in der Ruine bietet einen wunderbaren Blick in die umliegende Landschaft. Gebäude und zypressenartige Pyramidenpappeln erinnern an die italienische Landschaft bei Rom, die Campagna.

Merkurtempel im winterlichen Schlossgarten von Schloss Schwetzingen

Der Merkurtempel erinnert an ein römisches Turmgrab.

Der Merkurtempel

Der Merkurtempel ist die jüngste und geheimnisvollste Gartenarchitektur im Schlossgarten von Schwetzingen. Der Architekt Nicolas de Pigage wählte als Standort eine Anhöhe gegenüber der Moschee. Zwischen 1784 und 1792 entstand hier ein Bau, der sich an einem römischen Turmgrab orientierte. Pigage gab dem Gebäude die Gestalt einer Ruine: Risse durchziehen das Mauerwerk und ein Teil der Kuppel fehlt. Doch unsichtbare Verankerungen bieten Halt, eine geniale Konstruktion des 18. Jahrhunderts.

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Persönlichkeit: Friedrich Ludwig von Sckell

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