Detail der Skulptur des Pan im Schlossgarten von Schloss Schwetzingen

Götter und Sterbliche ganz in Weiss

Das Skulpturenprogramm

Kurfürst Carl Theodor ließ im 18. Jahrhundert den Schlossgarten von Schwetzingen mit einem beeindruckenden Skulpturenprogamm ausstatten. Rund 86 Figuren aus Sandstein, Marmor oder Blei haben sich erhalten.

Flussgott Donau im Schlossgarten von Schloss Schwetzingen

Flussgott Donau von Peter Anton von Verschaffelt.

Überraschender Blickfang

Im Schlossgarten begeistern und überraschen immer wieder Skulpturen an ungewöhnlichen Orten. Mal zieren die Figuren den Mittelpunkt kleiner Lichtungen, mal stehen sie an Endpunkten von Sichtachsen. Oft dienen sie der Gliederung von Gartenbereichen, wenn sie ein bestimmtes Areal umrahmen oder eine Verbindungsallee säumen. Nicht immer lässt sich sogleich ihre Bedeutung entschlüsseln.

Skulptur der Göttin Kybele im Schlossgarten von Schloss Schwetzingen
Putto mit Seeungeheuer im Schlossgarten von Schloss Schwetzingen
Skulptur eines räuberischen Uhus im Schlossgarten von Schloss Schwetzingen

Zahlreiche Skulpturen sind überraschender Blickfang im Schlossgarten.

Herrschaftliches Programm in Stein

Skulpturen hatten in der Barockzeit unter anderem die Aufgabe, ein bestimmtes inhaltliches Programm zu verkörpern. Die Darstellungen antiker Götter, der vier Jahreszeiten oder der Elemente waren mit bestimmten Bedeutungen verknüpft: Ein Gott wie Jupiter verwies auf Macht und Herrschaftsanspruch des Kurfürsten. Apollo betonte dessen Sinn für die Künste. Mit einem solchen Bildprogramm gab der Bauherr des Gartens seinen gebildeten Gästen so manches lösbare Rätsel auf.

Weltzeitaltervase von Peter Anton von Verschaffelt  auf der Terrasse von Schloss Schwetzingen

Weltzeitaltervase auf der Terrasse.

Ersehnte Wiederkehr des Goldenen Zeitalters

Auf der Schlossterrasse stehen die vier Vasen der Weltzeitalter. Urnen aus gelbem Sandstein zeigen Embleme der Gartenkunst, Landwirtschaft, der Jagd und des Krieges. Der antiken Mythologie zufolge lebten die Menschen noch in der niedrigsten Stufe, im Eisernen Zeitalter, das durch Kriege charakterisiert ist. Die Regierungszeit Carl Theodors sollte für die Kurpfalz die ersehnte Wiederkehr des Goldenen Zeitalters bringen, das der Kurfürst in der Anlage seines Schlossgartens darstellen wollte.

Wasserspeiender Hirsch im Schlossgarten von Schloss Schwetzingen

Das Wahrzeichen des Schlossgartens.

Ein Schwetzinger Wahrzeichen

Die bekanntesten Skulpturen im Schlossgarten Schwetzingen sind die wasserspeienden Hirsche im Mittelparterre. Der flämische Bildhauer Peter Anton von Verschaffelt (1710–1793) schuf sie zwischen 1766 und 1769. Dargestellt sind Hirsche, die von Hunden niedergerungen werden. Hier wird das für eine Sommerresidenz bedeutsame Jagdthema aufgegriffen. Zu Carl Theodors Zeiten sei hier ein gewaltiger Hirsch erlegt worden, berichtete der badische Gartendirektor Johann Michael Zeyher zu Beginn des 19. Jahrhunderts.

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