Detail des wasserspeienden Hirsches, Brunnen im Schlossgarten Schwetzingen

Malerische Sommerresidenz

Das Schloss

Schloss Schwetzingen ist das Herzstück eines einzigartigen Ensembles bestehend aus Schloss, Schlossgarten und historischer Altstadt. Aus einer kleinen mittelalterlichen Wasserburg entstand im 18. Jahrhundert die malerische Sommerresidenz der Kurfürsten von der Pfalz.

Außenansicht vom Mittelbau von Schloss Schwetzingen

Im Kern ist es eine mittelalterliche Wasserburg.

Wasserburg, Jagdschloss und Liebesnest

Im 14. Jahrhundert wird erstmals eine ritterliche Wasserburg in Schwetzingen erwähnt. Sie bestand aus einer kleinen ummauerten Anlage mit Bergfried auf einer Insel des Leimbachs. Kurfürst Ludwig V. baute 200 Jahre später die Festung zu einem Jagdschloss um, in dem prächtige Jagdgesellschaften stattfanden. Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Schloss jedoch stark zerstört. Kurfürst Carl Ludwig ließ es ab 1655 für seine Geliebte und zweite Gemahlin Luise von Degenfeld wieder aufbauen und prächtig einrichten.

Schlafzimmer der Kurfürstin Elisabeth Augusta mit Einrichtung aus der Mitte des 18. Jahrhunderts im Schloss Schwetzingen

Das Schlafzimmer von Kurfürstin Elisabeth Augusta.

Ein Gesamtkunstwerk entsteht

Nur 35 Jahre später – im Pfälzischen Erbfolgekrieg – wurde das Schloss erneut zerstört. Kurfürst Johann Wilhelm veranlasste nicht nur den Wiederaufbau, sondern auch eine Erweiterung. Das Schloss präsentierte sich nun als kleine Dreiflügelanlage mit einem Ehrenhof. Kurfürst Carl Philipp widmete sich in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts der Gestaltung eines Schlossgartens. Sein Nachfolger Carl Theodor schuf letztendlich das heute noch erhaltene, faszinierende Gesamtkunstwerk Schwetzingen.

Landschloss im Dornröschenschlaf

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts fiel die Kurpfalz an Markgraf Carl Friedrich von Baden. Die ehemalige kurfürstliche Sommerresidenz Schwetzingen wurde nun zum badischen Zweigschloss. Obwohl die Badener das Schloss nur für gelegentliche Aufenthalte nutzten, ließ Großherzogin Stephanie ihre Wohnräume mit einigen neuen Möbeln ausstatten. Ab 1840 diente es als großherzogliches Fremdenquartier, ab 1860 als Blindenanstalt, Lazarett und Finanzamt. Umfangreiche Sanierungsarbeiten wirkten dem Verfall der Bausubstanz entgegen.

Vorzimmer des Hochberg-Appartement in Schloss Schwetzingen

Vorzimmer des Hochberg-Appartement.

Originalgetreue Wiedereinrichtung

In den Zwanzigerjahren des 20. Jahrhunderts wurde in den Schlossräumen ein Museum eingerichtet, das an die Zeit Carl Theodors erinnern sollte. Im Zweiten Weltkrieg gab es zwar keine Zerstörungen, jedoch gingen durch die Besetzung alliierter Truppen zahlreiche Ausstattungsstücke verloren. Die Neueinrichtung von 1991 orientierte sich an den Inventarbüchern von 1775 und 1804. Heute zeigen Schlossführungen die kurfürstlichen Appartements, Gesellschaftsräume und das bezaubernde Hochberg-Appartement.

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