Einzigartige GArtenanlage von europäischem Rang

Schloss und Schlossgarten Schwetzingen

SCHWIERIGE SITUATION

GÄNSE ALS BELASTUNG

Der Schwetzinger Schlossgarten ist berühmt für seine einzigartige Gartenanlage mit ihren zahlreichen Sehenswürdigkeiten. Doch leider wird die Idylle durch ungebetene Gäste gestört: Scharen von Nil- und Kanadagänsen richten seit geraumer Zeit massive Schäden im Schlossgarten an.

Nilgans unterwegs im Schwetzinger Schlossgarten; Foto: Wikipedia Commons

Nilgänse stammen ursprünglich aus dem fernen Afrika.

UNGEBETENE GÄSTE

Eigentlich sind Nil- und Kanadagänse Zugvögel, die in unserer Region auf ihrem Wanderweg eine kurze Rast einlegen. Doch die fremden Tiere werden zunehmend heimisch – und in Anlagen wie dem Schwetzinger Schlossgarten fühlen sie sich besonders wohl. Hier finden sie ein reiches Nahrungsangebot und sind keinen Bedrohungen ausgesetzt, denn nach deutschem Gesetz dürfen sie nicht bejagt werden. So können die Gänsepopulationen ungehindert wachsen. Ein Problem, das inzwischen viele Kommunen betrifft.

Besucher im Schlossgarten Schwetzingen; Foto: Staatsanzeiger für Baden-Württemberg, Cornelia Lindenberg

„Hinterlassenschaften“ mindern auch die Aufenthaltsqualität.

GÄNSE MINDERN AUFENTHALTSQUALITÄT

Grundsätzlich sind Tiere in den Gartenanlagen der Schlösser und Klöster im Land sehr willkommen. Die wachsende Gänsepopulation ist jedoch inzwischen keine Bereicherung, sondern ein Problem, das die Schlossverwaltung vor große Herausforderungen stellt. So verdrängen die Gänse nicht nur einheimische Tierarten wie Schwäne und Enten, sondern mindern mit ihren „Hinterlassenschaften“ auch die Aufenthaltsqualität für die Besucher des Schlossgartens. Und es ist nicht leicht, dieses Problem in den Griff zu bekommen!

Apollotempel im Schlossgarten Schwetzingen; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Thomas Wagner

Der Zugang zu Rasenflächen ist eingeschränkt.

EINSCHRÄNKUNGEN FÜR BESUCHER

Die tierische Überbevölkerung verursacht viele Schäden an der Gartenanlage und einen großen Kostenaufwand, um diese zu beseitigen. Wegen der schwer abschätzbaren hygienischen Risiken ist die Nutzung der Rasenflächen für Besucher sicherheitshalber eingeschränkt. Nur in Ausnahmefällen wie dem Fest „Schloss in Flammen“, wo das Picknicken zum Bestandteil des Festprogramms gehört, werden der Zugang zu den Rasenflächen erlaubt und spezielle Picknickflächen für Besucher ausgewiesen.

Putto im Schwetzinger Schlossgarten; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Thomas Wagner

Skulpturen sind von Ätzschaden durch Gänsekot bedroht.

MASSIVE SCHÄDEN AN DER GARTENANLAGE

Neben den hygienischen Problemen verursachen die Zugvögel massive Schäden an den Gartenobjekten. Besonders schmerzlich: Das Skulpturenprogramm, das dem Schlossgarten seinen reizvollen Charme verleiht, ist durch die Verunreinigungen der Vögel bedroht. Mussten die Skulpturen früher zwei Mal im Jahr gereinigt werden, ist dies nun wöchentlich erforderlich, um sie vor Ätzschäden zu schützen. Außerdem verursachen die Gänse Fressschäden im Parterrebereich und verstärken die Algenbildung im Wasser.

SCHUTZMASSNAHMEN GEGEN GÄNSESCHAR

Die Schlossverwaltung wendet große Summen auf, um den Schlossgarten trotz der Nilgänse-Invasion für die Besucher ansehnlich und erlebenswert zu halten. Konkrete Maßnahmen wurden ergriffen, um dem Ansturm der Zugvögel beizukommen: Entlang des Weihers wurde ein Netz gespannt, um den Tieren den Weg zum Ufer zu erschweren und ihnen so wenigstens etwas Einhalt zu gebieten. Auch die Besucher können etwas tun: Indem sie die Gänse auf keinen Fall füttern, können sie aktiv dabei mithelfen, die schwierige Situation im Schwetzinger Schlossgarten zu verbessern.

Nicht schön anzusehen: ein Netz, um den Tieren den Weg zum Ufer zu erschweren.

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