TRAGISCHES ENDE EINES STREITES UM DEN KRANKEN KURFÜRSTEN DER DOPPELMORD ZU SCHWETZINGEN

Im Juni 1764 trug sich am helllichten Tag ein unerhörter Vorfall zu: Der Leibarzt Franz Bechtler griff den Kammerdiener von Kurfürst Carl Theodor an. Mit einem Messer erstach er Dominik Pierron, anschließend richtete er die Waffe gegen sich selbst und beging Selbstmord.

Bildnis Kurfürst Carl Theodor

War der Kurfürst Anlass für den tödlichen Streit?

WAR GEKRÄNKTER STOLZ DER ANLASS?

Die Bluttat an der Marschalltafel in aller Öffentlichkeit scheint wohl unter anderem mit der ärztlichen Behandlung des Kurfürsten wenige Tage zuvor in Verbindung gestanden zu haben. Als Carl Theodor über ein Unwohlsein klagte, war der kurfürstliche Leibarzt nicht anwesend. Der um die Gesundheit seines Herrn bedachte Kammerdiener Pierron empfahl daher schnell einen rangniedrigeren Arzt, der dem Kranken erfolgreich zur Ader lassen konnte.

VERSCHWÖRUNGSTHEORIEN

Der ganze Hof war entsetzt! Warum Franz Bechtler, als Chirurg und Leibarzt in Diensten des Kurfürsten, das Messer zückte, wurde nie wirklich aufgeklärt. Allerlei Verschwörungstheorien kursierten daher noch lange am Schwetzinger Hof.

Eine spannende Geschichte rund um dieses Ereignis haben Wolfgang Schröck-Schmidt und Carola Kupfer in „Nichts ist eine Kleinigkeit bei Hofe: Gefährliche Intrigen im Mannheimer Schloss“ erzählt. Der lesenswerte historische Roman ist im Schlossshop Schwetzingen erhältlich!