Konzert & Theater
Termin: Mittwoch, 29.04.2026, 19:30
„Die Natur hält den Atem an … Nun ist alles vorüber: geboren ist, gereift ist, gewachsen ist, gelaicht ist, geerntet ist … Im Augenblick steht das Räderwerk still. Es ruht.“ Das schreibt Kurt Tucholsky über die Zeit zwischen Spätsommer und Frühherbst, die – für ihn – „fünfte Jahreszeit“. Die Residenzkünstlerin Dorothee Oberlinger und ihr Duo-Partner Edin Karamazov leihen sich Tucholskys Titel und Beschreibung für die Musik und die Gefühle eines Konzertprogramms rund um Antonio Vivaldis Vier Jahreszeiten. Dieses populäre Konzert-Quartett ist hier in einer eigenen Bearbeitung für Blockflöte und Laute zu hören, die den barocken Werken persönliche und intime Aspekte abgewinnt. Und für die fünfte Jahreszeit steht ein Werk, das die Engländerin Imogen Holst, Tochter des Komponisten Gustav Holst (Die Planeten), geschrieben hat. The Fall of the Leaf (Das Fallen des Blattes), im Original für Violoncello solo, wechselt zwischen freiem Rezitieren und einer wiederkehrenden melodischen Phrase und streckt die Hände in beide Richtungen der Zeit aus – zur Tradition und zur Moderne. Die fünfte Jahreszeit ist eine Zwischen-Zeit des Rück- und des Ausblicks. Eine Zeit der Melancholie und der satten Seufzer. So gut, so schön.
Programm
Antonio Vivaldi
„La Primavera“ (Der Frühling) E-Dur, aus: „Die vier Jahreszeiten“ op. 8 Nr. 1, RV 269
Interludium
Laute solo
Antonio Vivaldi
„L’Estate“ (Der Sommer) g-Moll, aus: „Die vier Jahreszeiten“ op. 8 Nr. 2, RV 315
Imogen Holst
„The Fall of the Leaf“
(Arrangement für historische Instrumente)
Antonio Vivaldi
„L’Autunno“ (Der Herbst) F-Dur, aus: „Die vier Jahreszeiten“ op. 8 Nr. 3, RV 293
Interludium
Blockflöte solo
Antonio Vivaldi
„L’Inverno“ (Der Winter) f-Moll, aus: „Die vier Jahreszeiten“ op. 8 Nr. 4, RV 297
Henry Purcell
„A new ground“ e-Moll ZT 682
Mitwirkende
Dorothee Oberlinger Blockflöte
Edin Karamazov Laute