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Einzigartige GArtenanlage von europäischem Rang

Schloss und Schlossgarten Schwetzingen

Schloss und Schlossgarten Schwetzingen, Römische Wasserleitung; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer
Zeichen der Vergänglichkeit

Das römische Wasserkastell

Im englischen Landschaftsgarten errichtete Nicolas de Pigage von 1779 bis 1780 ein als Ruine gebautes Aquädukt, das Wasser zu einem scheinbar römischen Wasserkastell leitet.

Schloss und Schlossgarten Schwetzingen, Garten; Foto: Staatsanzeiger für Baden-Württemberg, Petra Schaffrodt

Ein Mahnmal der Vergänglichkeit.

Als Ruine erbaut

Die an das Wasserkastell anschließende Bogenreihe stellt ein zerstörtes, römisches Aquädukt dar. Künstliche Ruinen wurden in englischen Landschaftsgärten oft errichtet, um ein Gefühl der Erhabenheit und Einsamkeit zu erzeugen. Vor allem sollten sie aber an die Vergänglichkeit des Menschen und seiner Werke erinnern. Außerhalb des Gartens setzen sich die Bögen des Aquädukts entlang des Leimbachs fort und dienen damit als Begrenzung des Gartens.

Schloss und Schlossgarten Schwetzingen, Römische Wasserleitung; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Andrea Rachele

Wasserkastell mit Spiegelweiher.

Vorbild aus Italien

Die Gestaltung des römischen Wasserkastells geht auf einen Stich von Giovanni Battista Piranesis zurück. Er war ein italienischer Kupferstecher und Architekturtheoretiker, der eine umfangreiche Dokumentation antiker, römischer Bauwerke anlegte, die Künstler in ganz Europa als Vorlagen für eigene Werke diente. Das Wasserkastell symbolisiert die segensreichen Tätigkeiten des Kurfürsten, die das Land befruchteten, wie das Wasser, das den Garten fruchtbar macht.

Schloss und Schlossgarten Schwetzingen, Garten; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Andrea Rachele

Ein komplexes Leitungssystem.

Die Wege des Wassers

Um die Wasserversorgung für die Teiche und Brunnen des Schlossgartens Schwetzingen zu gewährleisten, kanalisierte Nicolas de Pigage den Leimbach systematisch. Von 1771 bis 1774 erbaute er sechs Staustufen, verlegte den Fluss um und durch den Garten und errichtete zwei Wasserwerke. Das Römische Wasserkastell erhielt sein Wasser vom Unteren Wasserwerk, das heute nicht mehr in Funktion ist. Stattdessen wird es durch Pumpen versorgt. Beim Unteren Wasserwerk findet der Leimbach schließlich seinen Weg ins ursprüngliche Bachbett zurück.

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Karl Kuntz verewigte um 1800 das römische Wasserkastell in einer Radierung.