Einzigartige GArtenanlage von europäischem Rang

Schloss und Schlossgarten Schwetzingen

Schloss Schwetzingen, Schweizer Zimmer, Detail Panoramatapete, P. A. Mongin 1804; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer
Die Schweiz in Schwetzingen

Tapeten aus Frankreich

Direkt über dem Appartement des Kurfürsten Karl Friedrich liegt ein ganz besonderes Zimmer. Gehört hat es seiner Gattin Luise Karoline Reichsgräfin von Hochberg. Französische Tapeten zieren die Wände dieses Zimmers und zeigen ein aufwendig gestaltetes Alpenpanorama. Sie gaben ihm seinen Namen: „Schweizer-Zimmer“.

Schloss Schwetzingen, Schweizer Zimmer, Kaminschirm mit Tellskapelle; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Lutz Hecker

Alpenlandschaft in Schwetzingen.

Empfang vor prachtvoller Kulisse

Reichsgräfin Luise Karoline von Hochberg ließ 1804 die Räume ihres Appartements komplett neu einrichten. Dabei stattete sie die Räume mit neuartigen Papiertapeten aus. Heraus sticht vor allem das Compagniezimmer oder sogenannte „Schweizer Zimmer“, dass der Hofstaat als Empfangsraum nutzte. Die Tapeten in diesem Zimmer zeigen eine detailreiche Panoramawelt mit Schweizer Landschaften: Zu sehen sind das Matterhorn, der Staubbachwasserfall, ein Jäger auf Bärenjagd und Sennerinnen und Senner in typischer Tracht.

Schloss Schwetzingen, Schweizer Zimmer, Detail Panoramatapete, P. A. Mongin 1804; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Die Papiertapete ist detailreich gestaltet.

Die Schweiz kam aus Frankreich

Hergestellt wurden die Meisterwerke von der französischen Tapetenfabrik „Zuber & Cie“ in Rixheim. Im Jahr 1790 unternahm Jean Zuber erste Versuche, zusammengeklebte Papierbahnen zu bedrucken. Diese ersten Versuche waren nicht von Erfolg gekrönt, da das Papier immer wieder Falten schlug. Erst nach der Erfindung von Endlospapierrollen konnte sein Verfahren industriell angewandt werden. Zuber gründete 1797 eine Firma, die bis heute existiert. Sie hat neben dem beeindruckenden Alpenpanorama auch die „Ansichten Nordamerikas“ entworfen. Diese schmücken heute den Empfangsraum des Weißen Hauses in Washington.

Schlichtes Mobiliar

Die Karlsruher Hofwerkstätten lieferten die Möblierung für das Hochberg’sche Quartier. Diese wirken durch ihre geometrischen Grundformen schlicht und zurückhaltend. Zugleich steht das Material – rötlich-braun gebeiztes Nussbaumholz – im Vordergrund. Insgesamt entstand dadurch eine funktionelle Wohnraumatmosphäre. Diese Art der Salonausstattung wurde nach 1800 an vielen europäischen Höfen beliebt. Der größte Vorteil der eher schlicht gehaltenen Möbel: Ihre Eleganz unterstrich die glanzvollen Tapeten und ließ diese in den Vordergrund treten.

Schloss Schwetzingen, Blick in das Schweizer Zimmer im Hochberg-Appartement; Foto: Landesmedienzentrum, Lutz Hecker

Alpenlandschaft in Schwetzingen.

TIPP

Frankreich und Deutschland blicken auf eine wechselvolle gemeinsame Vergangenheit zurück. Die Themenwelt „Ziemlich gute Freunde. Frankreich und der deutsche Südwesten“ betrachtet mit faszinierenden Geschichten, Anekdoten und Persönlichkeiten die spannungsreiche Beziehung der beiden Nachbarländer.

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