Naturalien in den Gartenbauten Mannheimer Schätze in Schwetzingen

Kurfürst Carl Theodor sammelte Naturalien aus der ganzen Welt. Im Mannheimer Schloss zeigte er die erlesenen Objekte in seinem Naturalienkabinett. Einige Stücke der Sammlung nahm Architekt Nicolas de Pigage, um die Gebäude im Schlossgarten der Sommerresidenz Schwetzingen zu dekorieren.

Schlossgarten Schwetzingen Bassin der wasserspeienden Vögel

Das Bassin der wasserspeienden Vögeln.

DER WEG NACH SCHWETZINGEN

Einige Stücke aus dem Naturalienkabinett des Barockschlosses Mannheim sind heute noch in Schwetzingen zu sehen. Hofarchitekt de Pigage entnahm sie dem kurfürstlichen „Kabinett natürlicher Seltenheiten“ und verzierte damit seine Neubauten im Schlossgarten Schwetzingen. Die Erlaubnis des Sammlungsleiters Cosimo Alessandro Collini hatte er jedoch nicht – heute ein Glücksfall: Nach dem Tod von Kurfürst Carl Theodor wurde das Naturalienkabinett aufgelöst. Ein Großteil der Objekte kam nach München.

Schlossgarten Schwetzingen, Baderaum im Badhaus

Der Baderaum ist mit Amethysten ausgestattet.

DIE GROTTE IM BADHAUS

Pigage gestaltete den Baderaum als stimmungsvolle Grotte. Er verzierte die Wände mit Quarzen, Muscheln und Amethysten aus der Mannheimer Naturaliensammlung. Das sollte für einen natürlichen Eindruck sorgen. 2006 fand man heraus, dass der Türrahmen früher mit Metallglimmer bestreut war. Man geht davon aus, dass die Türen im Kerzenschein so aussahen, als wären sie mit nassem Moos belegt. Besonders faszinierend sind die beiden, in Grün gefassten und mit Amethysten ausgekleideten Türen.

Schlossgarten Schwetzingen, Achathäuschen im Garten

Das Achathäuschen im Schlossgarten Schwetzingen ist reich verziert.

REICHVERZIERTE PAVILLONS

Rund um das Bassin der wasserspeienden Vögel befinden sich vier Voliere, Vogelkäfige, und zwei kleine Gebäude. Für kleine Gartenpavillons ist das Innere der beiden Achathäuschen sehr kostbar gestaltet. Es zieren vergoldete Glasornamente und Mineralien. Trotz ihres Namens sind an den Achathäuschen nur wenige Achate zu finden: Die meisten Schmucksteine sind Amethyste und Kristalldrusen. Sie stammen vermutlich zu einem großen Teil aus dem Naturalienkabinett im Barockschloss Mannheim.

Schlossgarten Schwetzingen, Ende der Welt

Der „Pavillon d’optique“ im Badhausgarten.

DAS ENDE DER WELT

Den Abschluss des Badhausgartens bildet das sogenannte Perspektiv ‒ vom Architekten Pigage als „Pavillon d’optique“ bezeichnet; der Volksmund nennt es das „Ende der Welt“. Der Pavillon ist als Grotte aufwändig gestaltet. Die Wände rund um das Landschaftsgemälde sind bemalt und imitieren natürliche Felsen. In den gemalten Felsspalten befestigte Pigage Amethyste: Sie wirken wie natürliche Edelsteinadern, die aus den Felsen herausbrechen. Von der Decke tropft Wasser. Der Raum wirkt dadurch sehr naturnah.

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