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Einzigartige GArtenanlage von europäischem Rang
Schloss und Schlossgarten Schwetzingen
Detail der Tapete im Ruheraum im Badhaus von Schloss Schwetzingen

„STILLE ÖRTCHEN“ IM SCHLOSSDIE RETIRADE

Im 18. Jahrhundert bezeichneten die Zeitgenossen eine Toilette als Retirade – ein Name, der von dem französischen Wort „retirer“, also „sich zurückziehen“, stammt. Hier boten mobile Leibstühle den nötigen Komfort für die ungestörte Verrichtung des „Geschäfts“.

Retirade im kurfürstlichen Schlafzimmer im Badhaus von Schloss Schwetzingen

Hinter einer Tür verbarg sich das Stille Örtchen.

DIESE STÜHLE BRACHTEN ERLEICHTERUNG

Leibstühle bestanden aus einem Holzgestell mit einer Sitzbrille, die stoffbezogen und mit Rosshaar gepolstert war. Auf einem darunter angebrachten Brett stand der Nachttopf aus Keramik. Modische Stoffüberwürfe entzogen das Geschirr den Blicken. Ein hölzerner oder gepolsterter Deckel gab dem Stuhl den Anschein eines gewöhnlichen Möbelstücks.

Retirade der Kurfürstin im Schloss Schwetzingen

Die Kurfürstin besaß einen eigenen kleinen Raum.

DAS „GEHEIME GEMACH“ DER KURFÜRSTIN

Vom Schlafzimmer der Kurfürstin Elisabeth Augusta führt eine Tapetentür zum „geheimen Gemach“, der Toilette. Sie ist mit grüner Holzvertäfelung ausgekleidet, besitzt kleine Ablageregale und einen Leibstuhl. War der „Stuhlgang“ erfolgreich, so bot eine Durchreiche am Boden die Möglichkeit zur diskreten Entsorgung. Über ein angrenzendes Treppenhaus entfernten die Diener die kurfürstlichen Hinterlassenschaften.