Einzigartige GArtenanlage von europäischem Rang

Schloss und Schlossgarten Schwetzingen

Schloss Schwetzingen, Motiv auf einer Postkarte etwa um 1900; Foto: Urheber unbekannt, gemeinfrei
Bürger stürmt eure Schlösser!

Das Ende der Monarchie

Am 9. November 1918 wurde die Republik ausgerufen – auch in Baden und Württemberg. Die Monarchen dankten ab und in Deutschland begann die Zeit der Demokratie. Zugleich wurden damit viele Residenzschlösser zu Museen und zu Orten, die nun allen gehörten.

EIN JAHRHUNDERT NACH DER GLANZZEIT DER SOMMERRESIDENZ

Als am Beginn des 19. Jahrhunderts die Kurpfalz zu Baden kam, wurde Schloss Schwetzingen nur noch gelegentlich besucht. Mannheim und vor allem Karlsruhe waren die wichtigen Wohn- und Residenzschlösser der großherzoglichen Familie. Um die einstige glanzvolle Sommerresidenz des Kurfürsten wurde es immer stiller. Ab 1840 quartierte man noch großherzoglichen Besuch in Schwetzingen ein. Schließlich endete auch diese Nutzung. Ab 1860 war das Schloss Blindenanstalt, Lazarett und Finanzamt. Als daher 1918 die revolutionären Unruhen ausbrachen, war Schwetzingen längst nicht mehr im Blick der Aufständischen.

Schloss und Schlossgarten Schwetzingen, Bildnis Carl Theodor; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Carl Theodor galt als gebildeter und aufgeklärter Fürst.

Aus der Residenz wird ein Museum

Bereits in den Zwanzigerjahren schließlich wurde in den Schlossräumen ein Museum eingerichtet, das an die Zeit des Kurfürsten Carl Theodor erinnern sollte. Seither ist das Schloss der Öffentlichkeit zugänglich – mithin eines der ganz frühen Schlösser, dessen historische Räume für alle zum Besuch geöffnet wurden.

EIN JAHRHUNDERT SCHLOSSERLEBNIS

Viele der Schlösser waren schon vor 100 Jahren nicht mehr Wohnsitz oder gar Regierungssitz. Die Jahrhunderte waren an den vielen repräsentativen Anlagen vorübergegangen und viele Schlösser waren längst schon zu Museen geworden. Mit dem Ende der Monarchie wurde der Schritt endgültig. Bis auf die Schlösser, die zum Privatvermögen der ehemaligen Herrscher gehörten und Wohnung wurden, waren nun alle Monumente mit monarchischer Tradition im Landesbesitz – und viele davon waren und sind besuchenswerte Sehenswürdigkeiten. Heute betreuen die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg diese Monumente.