Einzigartige GArtenanlage von europäischem Rang

Schloss und Schlossgarten Schwetzingen

FÜR ALLE BLUMENFREUNDE

HERBARIUM DES SOMMERFLORS

Dass wundervolle Blumen stets den Schwetzinger Schlossgarten zieren, das ist bekannt. Doch welche Gewächse sind das genau? Das „Herbarium des Sommerflors“ gibt Aufschluss und veranschaulicht die botanische Vielfalt des Schlossgartens.

Schloss und Schlossgarten Schwetzingen; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, OV Schwetzingen

Sommerliche Blumenpracht schmückt den Garten.

SOMMERBLÜTE ZUM ENTDECKEN

Die Rabatten der Kreisparterres im Schwetzinger Schlossgarten sind bis in den Herbst hinein mit einer prächtigen Blütenpracht geschmückt. Doch nicht jeder kennt sich so gut in Fragen der Botanik aus, um alle Blumen und Pflanzen genau bestimmen zu können. Das „Herbarium des Sommerflors“ soll Abhilfe schaffen und ist nicht nur für Pflanzenlaien interessant. Auch versierte Hobbygärtner können hier die eine oder andere neue Pflanzenart entdecken – vielleicht sogar für den heimischen Garten?

ALLE PFLANZEN IM DETAIL VORGESTELLT

Jede der gezeigten Pflanzen kann während des Sommers in den prächtigen Rabatten des Gartens von Schloss Schwetzingen in natura entdeckt werden. Von der Sonnen- bis zur Vanilleblume, vom Mutterkraut zum Kugelamarant werden hier Exoten und heimische Pflanzen regelmäßig erläutert – sodass jeder Gartenbesuch aufs Neue spannend bleibt!

Leberbalsam im Schwetzinger Schlossgarten; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Wolfgang Schröck-Schmidt

Aus Mittel- und Südamerika.

AGERATUM – LEBERBALSAM

Der Name mag anderes assoziieren, aber dafür ist sein Anblick umso schöner. Der Leberbalsam ist ein echter Exot in den Rabatten des Schlossgartens, denn er kommt ursprünglich aus Mittel- und Südamerika. Wegen seiner interessanten Erscheinung und vor allem wegen der intensiven blauen Blüten wurde die Pflanze schon im 18. Jahrhundert geschätzt und kultiviert. Der Leberbalsam ist eine ausdauernde Pflanze, erreicht Wuchshöhen bis zu 60 cm und kann seine reizvolle Schönheit noch bis in den November zeigen.

Fuchsschwanz im Schwetzinger Schlossgarten; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Wolfgang Schröck-Schmidt

Ein wahrer Blickfang.

AMARANTHUS – FUCHSSCHWANZ

Der Fuchsschwanz war eine der beliebtesten Zierpflanzen des Barock, weshalb die Pflanze meist in der Mitte des Beetes ihren Platz fand. Übrigens: Im Barock wurde der dreifarbige Fuchsschwanz auch Papageienfeder genannt. Diesen Namen hat sich das einjährige Gewächs wegen seines schillernd farbigen Laubes, das verschiedene Rot-, Gelb- und Grünkontraste aufweist, auch redlich verdient. Der Dreifarbige Fuchsschwanz wurde aus Indien eingeführt, andre Arten sind aber auf der ganzen Welt weit verbreitet.

Löwenmäulchen im Schwetzinger Schlossgarten; Foto: Staatsanzeiger für Baden-Württemberg, Cornelia Lindenberg

Das Löwenmäulchen ist ein Einmalblüher.

ANTIRRHINUM – LÖWENMÄULCHEN

Löwenmäulchen bereichern den Schwetzinger Schlossgarten und sind allgemein eine beliebte Zierpflanze. Die fachsprachlich „Antirrhinum majus“ genannten Pflanzen blühen zwar nur einjährig, sind aber dennoch sehr ausdauernd und zeigen bei guter Pflege ihre Blütenpracht noch bis zum Herbst. Die ursprünglich aus dem Mittelmeer stammenden Exoten sind nicht nur Teil der Gartenkultur, sondern auch nützliche Helfer für die Wissenschaft, der sie als Modellpflanze zur Erforschung der Blütenentwicklung dienen.

Ringelblume im Schwetzinger Schlossgarten; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Wolfgang Schröck-Schmidt

Sie fördert die Wundheilung.

CALENDULA – RINGELBLUME

Schon der kurfürstliche Hofstaat wusste um das Orakel der Ringelblumen: Zieht man die Blütenblätter einzeln ab, kann man sich unter der Prämisse „Sie liebt mich, sie liebt mich nicht“ Gewissheit schaffen – oder auch nicht. Die genaue Herkunft der Ringelblume ist unbekannt, sie wird jedoch im Mittelmeerraum vermutet. Heute ist die Ringelblume in ganz Europa verbreitet. Ihre Blütenkörbchen finden Verwendung in der Medizin, da sie entzündungshemmend wirken und die Bildung von Granulationsgewebe fördern und damit die Wundheilung.

Kornblume im Schwetzinger Schlossgarten; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Wolfgang Schröck-Schmidt

Sie steht heute unter Naturschutz.

CYANUS SEGETUM – KORNBLUME

Die Zyane gehört nicht zu den ursprünglich in Mitteleuropa einheimischen Pflanzen. Sie ist vermutlich mit Saatgut aus dem Mittelmeerraum unbewusst eingeführt worden. Früher wuchs sie inmitten von Getreidefeldern. Dies brachte ihr schon im Mittelalter ihren Trivialnamen „Kornblume“ ein. Als Ackerunkraut wurde sie nahezu völlig ausgerottet und steht daher inzwischen unter Naturschutz. In den Schwetzinger Rabatten des Kreisparterre sticht die Kornblume wegen ihrer leuchtend blauen Blüten und ihrer Wuchshöhe besonders hervor.

Nelke im Schwetzinger Schlossgarten; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Wolfgang Schröck-Schmidt

Nelken fehlen in keinem Beet.

DIANTHUS TELSTAR – KAISERNELKE

Nelken waren im Barock aus einem Beet nicht wegzudenken – das hat sich bis heute nicht geändert. Die Kaisernelke, auch bekannt als China- oder Heddewigsnelke, die ihre schöne Blüte gerade in den Rabatten entfaltet, gehört zu einer von über 600 Nelkenarten. Ihr betörender Duft und ihre prachtvolle Blüte brachten den Botaniker Carl von Linné (1707-1778) dazu, ihnen den botanischen Namen „Dianthus“, Zeus-Blume, zu geben. Weiße Nelken gelten zudem als Zeichen der Ehe, rote sind ein Symbol der Revolution.

Echinacea im Schlossgarten Schwetzingen; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Wolfgang Schröck-Schmidt

Unterstützt das Immunsystem.

ECHINACEA – SONNENHUT

Der griechische Name Echinacea bedeutet Seeigel und bezieht sich auf die stachelspitzigen Streublätter. ursprünglich in Nordamerika beheimatet, kam der Sonnenhut erst im späten 18. Jahrhundert in die Beete der heimischen Gärten. Er bildet Blüten in den Farben gelb, weiß, dunkel purpurfarben bis hell rosafarben, die Pollen sind meist gelb. Echinacea ist auch als Heilpflanze gegen Infekte, Entzündungen und zur Wundheilung bekannt.

Kugelamaranth im Schwetzinger Schlossgarten; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Wolfgang Schröck-Schmidt

Kugelamaranth ist einjährig.

GOMPHRENA – KUGELAMARANTH

Seit dem frühen 17. Jahrhundert findet man den Kugelamarant als Zierpflanze in den Beeten. Die etwa 30 cm hohe Pflanze wird wegen ihrer leuchtenden purpurvioletten  Blüten geschätzt. Ursprünglich kommt sie aus den Tropen Südamerikas. Die Blüten des Kugelamarant werden vor allem von Sängern geschätzt - als Tee soll er die Stimme klären und auch bei Husten Linderung bringen.

Vanilleblume im Schwetzinger Schlossgarten; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Wolfgang Schröck-Schmidt

Herrlicher Vanilleduft.

HELIOTROPIUM – VANILLEBLUME

Die Vanilleblume ist eine immergrüne Pflanze, die im Grunde auch mehrjährig blüht. Doch in den Beeten im Schlossgarten Schwetzingen wird sie nur im Sommerflor gezeigt. Die Vanilleblume hat runzlige, kräftig grüne Blätter und ebenso farbintensive lila-blaue Blüten. Besonders beliebt macht sie ihr intensiver Duft nach Vanille. Ursprünglich kommt die Pfanze aus den Peruanischen Anden.

Bechermalve im Schwetzinger Schlossgarten; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Wolfgang Schröck-Schmidt

Von Bienen gerne besucht.

LAVATERA – BECHERMALVE

Im Juli zieht in den Schwetzinger Rabatten die Bechermalve mit ihrem üppigen Blütenflor sowie dem hohen buschigen Wuchs besonders den Blick auf sich. Sie war ursprünglich im Mittelmeeraum beheimatet  und kommt in über zwanzig Arten vor. Die Farben der trichterförmig gewachsenen Blüten reichen von Weiß zu Rosa und Purpur. Die Bechermalve, auch Buschmalve genannt, ist für Bienen eine beliebte Nahrungsquelle.

Wunderblume im Schlossgarten Schwetzingen; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Wolfgang Schröck-Schmidt

Noch heute in der Beetmitte.

MIRABILIS JALAPA – WUNDERBLUME

Ursprünglich aus Mittelamerika, bekam die Wunderblume ihren Namen von ihrer Eigenart ständig neue und farblich variierende Blüten auszubilden. Diese öffnet sie erst am Nachmittag, um mit dem süßlichen Duft Nachtfalter zur Bestäubung anzulocken. Da die Blüten nach einer Nacht verblüht sind, nannte man sie im 18. Jahrhundert auch Nachtschöne. Bereits im 16. Jahrhundert gelangte sie über Spanien nach Europa und wurde schnell wegen ihrer Buntscheckigkeit zu einer beliebten Zierpflanze des Barock. Wegen ihrer Größe verwendete man sie oft zur Betonung der Beetmitte.

Ziertabak im Schwetzinger Schlossgarten; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Wolfgang Schröck-Schmidt

Tabak gibt es in 75 Arten.

NICOTIANA – ZIERTABAK

Tabak kam ursprünglich aus Südamerika nach Europa. Die krautige Pflanze gedeiht gut im milden Klima der Kurpfalz. Im 18. Jahrhundert rechnete Kurfürst Carl Theodor fest mit den lukrativen Einnahmen durch den Tabakexport - davon zeugen noch heute in den Dörfern die hohen, winddurchlässigen Scheunen, in denen die Tabakblätter getrocknet wurden. Die Pflanze bildet trichterförmige, meist hellrote oder rosafarbene Blütenkelche. Gerade wegen der schönen Blüte gelangte auch der viel kleinere Ziertabak in die Schlossgärten wie auch in Schwetzingen.

Salbei im Schlossgarten Schwetzingen; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Wolfgang Schröck-Schmidt

Als Gewürz oder Tee beliebt.

SALVIA – SALBEI

Salbei kommt auf allen Kontinenten außer Australien und der Arktis vor und gehört zu den artenreichsten Pflanzengattungen. Die intensiv duftenden Blätter und die Farben der Blütenkronblätter von weiß bis gelb sowie von rot über rosafarben bis violett und blau, bereichern das Schwetzinger Kreisparterre. Der Name Salbei oder Salvia geht auf das lateinische salva (= heilen) zurück. Die Pflanze wurde in der Menschheitsgeschichte immer wieder als Heilkraut mit Erfolg genutzt.

Tagetes im Schwetzinger Schlossgarten; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Wolfgang Schröck-Schmidt

Auch gut gegen Schnecken.

TAGETES – STUDENTENBLUME

Tagetes zählen zu den bekanntesten Sommerblumen. Sie sind benannt nach dem etruskischen Halbgott Tages, einem Sohn des Jupiters. Ihre Heimat liegt in den eher trockenen und warmen Gebieten Süd- und Mittelamerikas. Den Weg nach Europa fand sie bereits im 16. Jahrhundert. Im Schwetzinger Schlossgarten gibt es von den mehr als 50 Sorten zwei: Einmal die niedrig wachsende weiße Tagestes mit großen, dichtgefüllten Blütenbällen und eine höher wachsende Sorte mit zweifarbigen Blütenkörbchen.

Mutterkraut im Schwetzinger Schlossgarten; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Wolfgang Schröck-Schmidt

Zierpflanze mit Heilwirkung.

TANACETUM PARTHENIUM – MUTTERKRAUT

Dieses Blümchen ist hübsch anzusehen und hat gleichzeitig eine heilende Wirkung: Das Mutterkraut ist eine alte Kulturpflanze, die ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammt und üblicherweise als Heilkraut in Bauerngärten angepflanzt wurde. Dem Mutterkraut werden Linderungen  bei Schwangerschaftsbeschwerden nachgesagt. Es wird auch in der naturkundlichen Heilung gegen zahlreiche Beschwerden verwendet. Die weißen Blütenblätter und die knallgelben Röhrenblüten im Inneren bereichern die Beete im Schwetzinger Boskett.

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